Konsum in der Krise

2020-12-25

Es ist mal wieder Weihnachten. Es ist mal wieder das Fest des Konsums und Kaufrausches. Zwar raten alle dazu, sich zu beschränken, nicht die Geschäfte zu überfluten, die Menschen machen es dennoch. Wer nicht in die Stadt geht, kauft vermutlich online ein. So auch wir. Nun gut, die Kinder bekamen reichlich neues Plastik, das über die Weltmeere den Weg zu uns gefunden hat.

Und was machen wir damit? Konsumieren. Wo war da nochmal die Kreativität, die wunderbare Fähigkeit der Kinder zur Rekombination, die wir allzu gerne mit "das gehört nicht so" oder "Lego und Playmobil mischen wir nicht" unterdrücken? Von allen Seiten wird der Konsum gefördert, rechtlich das Remixen durch digitales Rechtemanagement so weit reduziert, das es schon fast keinen Spaß mehr macht überhaupt damit anzufangen.

Dabei ist die Welt so reichhaltig und es gibt viele Möglichkeiten. Nehmen wir nur einmal Bügelperlen. Ja, diese kleinen Plastikröhrchen, die auf Steckbretter zu Figuren gesetzt und dann mit einem Bügeleisen fixiert werden. Es gibt eine Vielzahl von vorgegebenen Formen und Farben, die nachgebaut werden können.

Doch warum da stehen bleiben? Man nehme:

  1. Ein quadratisches oder auch sechseckiges Steckbrett

  2. Ein Foto seiner Wahl

  3. Eine frei verfügbare Bildbearbeitung (Gimp oder Krita)

  4. reduziere darin die Auflösung des Fotos auf die Dimensionen des Steckbrettes

Fertig ist die individuelle Vorlage. Nach belieben kann experimentiert werden. Wie sehen Bilder in Zeiten von HD in 64x64 oder 32x32 Auflösung aus? Was kann ich mit dem Computer noch machen außer Shoppen oder Videos sehen oder Spiele spielen?

"Father and son lion with family in the background" von Birger Strahl ausgeschnitten und reduziert auf 32x39 Pixel

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Da geht noch was!

Ach ja …​ das Fest der Liebe. Frohe Weihnachten!

Die Schulpflicht...

2020-12-16

Nun ist es soweit, wir haben das Jahr mit Quarantäne, Corona in der Familie, Corona im Kindergarten und Corona in der Schule so weit überstanden. Schön war das nicht, Homeschooling mit drei unterschiedlichen Klassenstufen und unterschiedlichen Technologien zu machen. Hier in Bayern sind die Schulen unterschiedlich weit digitalisiert und es war eine Mischung aus Videokonferenz mit Lernplattform (in der übrigens die verschiedenen Lehrer die Inhalte unterschiedlich strukturiert hatten - alles andere als übersichtlich, nicht nur eine Hausaufgabe wurde schlicht übersehen), Arbeitsblätter auf einem geteilten Whiteboard und per eMail versandten Arbeitsblättern und dazugehörigen Arbeitsaufträgen.

Aber wir haben es geschafft. Und wir haben zwei Tage früher Weihnachtsferien - nun ja, das ist wirklich nachvollziehbar.

Und dann war da noch der harte Lockdown ab heute. Alle haben sich schon auf Onlinelernen vorbereitet, nicht gefreut, aber wir wussten was auf uns zukommt. Hinweise und erste Links wurden von den Lehrern herum geschickt. Bis dann aus dem Kultusministerium ein Elternbrief mit diesem Inhalt kam:

Auszug aus dem Elternbrief vom 14.12.2020 (erhalten um 19:53)

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Also kein Distanzunterricht, statt dessen Distanzlernen. Die Reaktion der Lehrer aus allen für uns relevanten Schulen kam prompt. Der Onlineunterricht wurde abgesagt, man händigte Arbeitsblätter aus und sagte, diese seien freiwillig und können auch über die Ferien erledigt werden.

Danke, Lehrer! Danke Kultusministerium!

Faktisch ist damit die Schulpflicht für diese drei Tage ausgesetzt. Nicht, das der einzelne Tag zählt, aber mit Quarantäne usw. haben die Kinder in ganz 2020 einen signifikanten Mangel an Präsenzunterricht.

Ich habe ein Interesse daran, dass meine Kinder lernen und zwar regelmäßig. Mehr nicht, die Noten werden sich daran schon ausrichten und ich erwarte keine Überflieger. Ich schaffe Arbeitsbedingungen für meine Kinder, mit denen sie Lernen und ihr Hausaufgaben machen können. Aber wie soll ich das nun wieder schaffen?

Mache ich halt drei Tage früher Ferien. Einfach mal so. Das ich nach Quarantäne noch jede Menge aufzuarbeiten habe und die Kinder in der allgemeinen Hysterie definitiv nicht in eine Notbetreuung geben will (zumal sie sich darauf angesprochen mit Händen und Füßen dagegen wehren), bringt mich ein weiteres Mal in Richtung Überlastung.

Danke.